Die erste Ransomware in JavaScript: Ransom32

  • 1. Januar 2016
  • 6 min Lesezeit

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Software as a service (Software als Dienstleistung) – kurz SaaS – ist ein relativ neues Geschäftsmodell, dem sich viele Softwareanbieter heutzutage mit großem Erfolg bedienen. Daher dürfte es nicht überraschen, dass Malware-Programmierer und andere digitale Strauchdiebe das Modell auch für ihre gemeinen Zwecke einsetzen wollen. Im vergangenen Jahr erschienen mit Tox, Fakben oder Radamant bereits etliche dieser „Ransomware as a Service“-Kampagnen auf der Bildfläche. Heute möchten wir Sie über die neueste Aktion informieren.

Hier kommt Ransom32

Auf den ersten Blick ist Ransom32 eine Malware-Kampagne wie jede andere. Die Anmeldung erfolgt über einen im Tor-Netzwerk versteckten Server. Dazu muss lediglich eine Bitcoin-Adresse eingegeben werden, an die alle von der Ransomware erpressten Lösegelder gesendet werden sollen.

 

Für eine persönliche Ransomware wird nur eine Bitcoin-Adresse benötigt, an die die „Einnahmen“ gesendet werden sollen.

Nachdem die Bitcoin-Adresse abgeschickt wurde, erhalten die Benutzer Zugriff auf einen grundlegenden Verwaltungsbereich. Hier werden verschiedene Statistiken angezeigt, etwa wie viele Systeme infiziert sind und wie viele Personen bereits gezahlt haben. Außerdem kann der „Client“ – so wird die eigentliche Malware von den Kampagnengründern genannt – konfiguriert werden. Es lassen sich beispielsweise der Bitcoin-Betrag ändern, den die Malware fordert, und weitere Parameter konfigurieren, beispielsweise beim Installieren der Malware zur Täuschung angezeigte Meldungen.

Ransom32 admin

Über eine Weboberfläche kann die Malware angepasst werden und der Benutzer erhält einen Überblick, wie viele Systeme infiziert und wie viele Bitcoins eingenommen wurden.

Mit dem Klick auf „Download client.scr“ wird die Malware entsprechend der vorgenommenen Einstellungen erzeugt und die 22 MB große Client-Datei heruntergeladen. Spätestens jetzt wird klar, dass Ransom32 keine typische Ransomware ist. Deren Dateien sind in der Regel selten größer als 1 MB. Einige Ransomware-Programmierer werben sogar mit den kleinen Dateigrößen ihrer tückischen Produkte, wenn sie ihre Kampagnen in den illegalen Hackerforen anpreisen. Ransom32 hatte unser Interesse geweckt.

Der Gigant im Detail

Nach näherer Untersuchung entpuppte sich die heruntergeladene Datei als ein selbstentpackendes WinRAR-Archiv.

Der Inhalt des SFX-Archivs.

Die Malware nutzt die in WinRAR integrierte Scriptsprache, um ihren Inhalt automatisch in den temporären Ordner des Benutzers zu entpacken und die darin enthaltene Datei „chrome.exe“ auszuführen. Die Dateien in dem Archiv haben folgende Zwecke:

Sarah

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