Schützen Sie Ihren Computer… mit Nagellack?

  • 2. Januar 2014
  • 4 min Lesezeit

painted nails

Anti-Malware-Sicherheit ist eine komplexe Angelegenheit.  Bedrohungen sind ständiger Entwicklung und Veränderung unterworfen, und für diejenigen, die Lösungen dagegen anbieten, kann optimaler Schutz ein endloses Katz- und Mausspiel sein.

Gute Anti-Malware-Software verbirgt die zugrunde liegende Technik vor den Endnutzern.  Gute Anti-Malware-Software ist wie ein stiller, aber wachsamer Wachmann, der den Schutz vereinfacht und sozusagen im Hintergrund agiert.  Gute Anti-Malware-Software ist letztendlich gut, weil sie unauffällig arbeitet und der Nutzer nicht einmal bemerkt, dass sie am Werk ist.

… Wie sieht es aber mit der augenscheinlicheren Seite von Anti-Malware aus?

Wie wäre es, Ihren Computer mit Nagellack aufzupolieren, mit den neuesten Trends zu gehen und ihn bezüglich der neuesten Malware-Bedrohungen auf dem Laufenden zu halten?

Beziehen Sie modisch Stellung zu Hackern

Es mag ein wenig lächerlich erscheinen, aber noch einmal:  Nagellack.  Den Sie auf Ihre Nägel auftragen.  Das kann Ihren Computer schützen. UND er sieht dabei gut aus.

Vor etwa zwei Wochen veröffentlichte Wired.com einen interessanten Artikel zur Vorbeugung von Malware-Infektionen und Identitätsdiebstahl auf Auslandsreisen.  Der Vorschlag bestand darin, ein oder zwei Schichten glänzenden Nagellack auf die Unterseite Ihres Computers aufzubringen.

Die Idee hinter diesem anscheinend bizarren neuen Ansatz in der PC-Sicherheit ist es, physische Eingriffe an der Hardware zu erkennen.  Eines der größten Sicherheitsprobleme, mit denen sich Reisende bei Auslandsgeschäftsreisen konfrontiert sehen, ist physische Hardware-Manipulation.  Das Problem ist folgendes: selbst die beste Anti-Malware-Software kann einen Datendiebstahl nicht verhindern, wenn der Dieb mit einem Schraubendreher Ihren Computer öffnet und Ihre Festplatte entwendet; und in Ländern wie China oder Russland ist die Motivation, eine Festplatte oder andere Hardware-Komponenten zu stehlen, sehr hoch.

Geschäftsreisende aus Europa oder Amerika und ihre Laptops stehen in diesen Ländern wie wunde (nicht bemalte) Daumen hoch im Kurs.  Die meisten von ihnen transportieren auf ihren Rechnern sensible Finanzdaten, und keiner von ihnen hat rund um die Uhr ein Auge auf seinen Laptop.  Noch schlimmer: selbst diejenigen, die wachsam sind, können an Grenzkontrollen Opfer werden, wenn korrupte Sicherheitsbeamte, die dafür bekannt sind, Computer aus „Sicherheitsgründen“ zu konfiszieren, dann damit tun, wonach ihnen der Sinn steht, bevor sie sie zurückgeben.  Darunter versteht man üblicherweise den Diebstahl von Hardware oder die Infektion mit Malware.

Astronomen nennen dies einen Blinkkomparator

Zur Analyse von Veränderungen am nächtlichen Himmel machen Astronomen über einen Zeitraum hinweg Bilder einer Stelle im Raum und beobachten diesen Raum dann auf Veränderungen.  Durch Gegenüberstellung zweier Bilder, die augenscheinlich identisch sind, auf einem Computerbildschirm kann man Unterscheide recht leicht ausmachen.

Die Idee, mit glänzendem Nagellack die physischen Eingriffspunkte an Ihrem Computer zu markieren, besteht in der Schaffung einer Plombe.  Der Grund für glänzenden Nagellack: keine zwei Schichten sind genau gleich.  Die Glitzerkörnung verteilt sich zufällig, und selbst wenn der Computer manipuliert wurde und der Dieb einen passenden Lack gefunden haben sollte, könnte er niemals das Glitzermuster des Originallacks reproduzieren.

Nach Aufbringen des Nagellacks kann der Besitzer des Computers einfach ein Foto vom Originallack machen.  Sollte später der Verdacht einer Manipulation aufkommen, kann man den Lack entweder augenscheinlich in Betracht nehmen oder ein Foto machen und mit dem ursprünglichen Bild vergleichen.

Rufen Sie die Modepolizei

Der neue Ansatz in der PC-Sicherheit von Wired ist recht ausgeklügelt.  Er ist günstig, effektiv und wie jede gute Anti-Malware-Lösung vollkommen unauffällig – es sei denn, Sie übertreiben es und färben Ihren ganzen Laptop rosa.

Das einzige Problem dieser Methode liegt darin begründet, dass eine Manipulation erst auffällt, wenn es zu spät ist.  Eine gute Anti-Malware-Lösung verhindert diese jedoch im Vorfeld.  Sobald Sie merken, dass jemand das glänzende Siegel manipuliert hat, wissen Sie, dass etwas Bösartiges vorgefallen ist, und Sie können wohl die Polizei über die Straftat verständigen, aber letzten Endes wurden Ihre Daten bereits gestohlen.

Die echte Herausforderung besteht jedoch darin, eine gleichwertige präventive Lösung zu finden.

Die beste Lösung wohl, falls Sie sich das leisten können: einen günstigen Laptop kaufen, den Sie zur alleinigen Verwendung auf Auslandsreisen mitführen.  Für ein paar Hundert Euro könnte Ihnen ein neuer Rechner ohne sensible Daten auf der Festplatte Ihnen ein Leben voller finanzieller Entbehrungen ersparen.  Ein weiterer Vorteil, einen neuen, günstigen Rechner zu kaufen: selbst wenn er auf Reisen kaputt gehen sollte, ist das nicht weiter schlimm.  Darüber hinaus sind Sie wohl, wenn Sie sich keinen günstigen Wegwerf-Rechner leisten können, ohnehin kein lohnenswertes Opfer – zumindest aus Sicht des Hackers.

Letzten Endes basiert der Ansatz von Wired in der PC-Sicherheit in der Schaffung von Bewusstsein.  In Kombination mit einer verlässlichen Anti-Malware-Software wie Emsisoft Anti-Malware bietet ein Computer im Besitz eines versierten und sich der Risiken bewussten Computernutzers ein ziemlich uneinnehmbares Ziel.

… Und selbst wenn Nagellack keinen physischen Eingriff verhindern kann, so verleiht er Ihrem Computer doch immerhin ein wenig mehr Flair.

Wir wünschen einen guten (Malware-freien) Tag!

Emsi

Emsi

Emsisoft Gründer und Geschäftsführer. 1998, ich war gerade mal 16, schickte mir einer meiner 'Freunde' eine Datei über ICQ, die unerwarteterweise mein CD-ROM Laufwerk öffnete und mir damit einen riesen Schrecken einjagte. Es war der Beginn meiner Reise im Kampf gegen Trojaner und andere Malware. Meine Story

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