Ein typischer Tag in der Zentrale von Emsisoft

  • 28. Februar 2014
  • 4 min Lesezeit

Sie heißen PUPs. Potenziell unerwünschte Programme, die sich mit gekaufter Software einschleichen. Diese nervigen Toolbars und Erweiterungen, die Ihren Computer mit ressourcenhungrigen Anwendungen überfrachten, die Sie gar nicht brauchen.

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Die Erstellung von Malware ist illegal. Die Erstellung von PUPs dagegen nicht. Zumindest noch nicht. Daher werden Sie als Nutzer vor ihrer Installation darauf hingewiesen. Doch dann passiert, was passieren muss, bei der Installation mit dem jeweiligen Assistenten neuer Software. Sie klicken und klicken und klicken… WEITER, WEITER, WEITER, und übersehen ganz das Kleingedruckte, wofür Sie ohnehin keine Zeit haben. Und indessen überfrachten Sie unwissend Ihren Computer mit Müll.

Klingt doch recht faul, oder? Denn mit rechten Dingen geht es dabei in der Tat nicht zu. Die Vorgehensweise ist  schlichtweg betrügerisch, und für Softwareentwickler, die auf schnelles Geld aus sind, stellt es eine hervorragende Geldquelle dar. PUP-Hausierer treten an harmlose Entwickler heran und bieten ihnen die Möglichkeit an, mit jeder Installation Geld zu machen. PUPs sind eigentlich keine Programme. Sie sind einfach Werbung.

“Binden Sie mein PUP in Ihre Installation ein, und für jede Installation gebe ich Ihnen 1 $”, heißt es. Und viele Entwickler können einfach nicht widerstehen. Und sagen: JA, nur her damit…

Dies ist NICHT der Fall bei Emsisoft. Dem war niemals so und wird es niemals sein. Ganz im Gegenteil sogar. In der Tat  ist Emsisoft Anti-Malware darauf ausgelegt, PUPs zu blockieren, denn wir wissen, dass eigentlich keiner sie haben möchte. Gut möglich, dass Sie das von uns gar nicht wussten. Das Lustige ist jedoch: PUP-Hausierer wissen es offenbar auch nicht.

 

Episode 1: Die potenziell unerwünschte Person

Neulich trat an unseren Geschäftsführer Christian Mairoll  ein besonders aufdringlicher PUP-Hausierer per Skype heran. Wir alle bei Emsisoft fanden das äußerst amüsant.

Die vollständige Niederschrift dieses Gesprächs finden Sie zu Ihrer eigenen Belustigung unten. Als Einleitung empfehlen wir Ihnen ebenso, einmal einen Blick auf den Artikel in unser Wissensdatenbank , „Was ist ein PUP?“, zu werfen.

Viel Spaß beim Lesen und einen schönen (PUP-freien) Tag!

 

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[08:38:46]

PUP-Hausierer: Hallo Herr Mairoll, ich möchte Sie als Kontakt hinzufügen. PUP-Hausierer

Christian Mairoll: Hallo, wie kann ich Ihnen helfen?

PUP-Hausierer: Hallo, Christian. Wie geht es Ihnen?

PUP-Hausierer: Ich würde mich darüber freuen, mit Ihnen über Software-Bundling zu sprechen.

Christian Mairoll: Vergessen Sie’s…

PUP-Hausierer: Warum denn nicht?

Christian Mairoll: Wir bei Emsisoft hier haben strenge ethische Grundsätze.

PUP-Hausierer: Dabei kann jedoch einiges für Sie herausspringen…

Christian Mairoll: Ich ruiniere doch nicht mein Unternehmen auf lange Sicht für ein wenig schnelles Geld.

PUP-Hausierer: Ja, das weiß ich…

Christian Mairoll: Egal ob Sie uns 1 $ oder 100 $ pro Installation anbieten…

PUP-Hausierer: Ja, ich weiß, Christian…

Christian Mairoll: Na gut, dann belästigen Sie mich bitte nicht weiter.

PUP-Hausierer: Können wir uns kurz unterhalten?

PUP-Hausierer: Nur um sicherzugehen, dass wir uns nicht falsch verstehen…

PUP-Hausierer: Google Chrome war auch selbst einmal ein Pay-per-Install-Produkt.

Christian Mairoll: Ja… und unserer Antiviren-Lösung bereitet es ein Vergnügen, alle möglichen Bundle-Installer, genau wie denjenigen, den Sie mir andrehen möchten, als potenziell unerwünschte Programme zu erkennen. Unsere Kunden wissen es sehr zu schätzen, dass sie diesen ganzen Kram mit unserer Software loswerden können.

PUP-Hausierer: Ich möchte mich nur meinem Anruf vorstellen, damit wir dann fortfahren können…

Christian Mairoll: Und ich möchte, dass Sie hiermit aufhören.

PUP-Hausierer: Oder wir können Ihre Anwendung an Werbung knüpfen, sodass jeder sie auf dem Computer hat

PUP-Hausierer: und so alle unerwünschten Programme

PUP-Hausierer: und Bundle-Installer blockiert.

Christian Mairoll: Dann müsste die Software sich ja selbst erkennen und entfernen…

PUP-Hausierer: lol …

PUP-Hausierer: Mal sehen, ob wir vielleicht in Zukunft was für Sie haben… Melden Sie sich einfach bei mir, wenn Sie Interesse an einer Bundle-Lösung haben… Ich wollte mich einfach nur mal kurz mit Ihnen kurzschließen und unsere Möglichkeiten überprüfen…

PUP-Hausierer: und damit wir einander kennen lernen können.

PUP-Hausierer: http://securitygarden.blogspot.in/2012/02/avast-users-frustrated-with-unwanted.html

Christian Mairoll: OK, Sie wissen also, Bundles sind eine fiese Sache; und dennoch schlagen Sie mir vor, den gleichen Fehler wie Avast zu machen?

PUP-Hausierer: Nein… Ich würde mich nur über ein Gespräch freuen.

PUP-Hausierer: und nur ein Kennenlernen wünschen, mehr nicht.

Christian Mairoll: Ich bewundere wirklich Ihre Entschlossenheit, Ihr seid gute Verkäufer, aber unsere Geschäftsideen könnten nicht unterschiedlicher sein.

PUP-Hausierer: Ich möchte wirklich nur ein kurzes Gespräch mit Ihnen führen, und das war’s, ohne Hintergedanken…

PUP-Hausierer: Ich schaffe nur Geschäftskontakte und bin nicht im Vertrieb tätig… Denn AVG ist eine Toolbar usw. Ich möchte Sie nicht von Ihrer Entscheidung abbringen, sondern Ihnen nur die Richtung weisen.

PUP-Hausierer: Bevor Sie irgendetwas entscheiden… und alle Fakten kennen.

Christian Mairoll: Damit wir uns ein für allemal verstehen: Zwischen uns wird es keine Geschäfte geben, nicht heute und nicht morgen.

Christian Mairoll: Tun Sie sich einen Gefallen und löschen Sie mich aus Ihrer Kontaktliste.

PUP-Hausierer: OK… Ich sehe schon, wir werden auf keinen grünen Zweig hier kommen…

PUP-Hausierer: Sollte sich aber etwas in Zukunft ändern, sagen Sie Bescheid.

Christian Mairoll: Natürlich doch…

PUP-Hausierer: Einen schönen Tag, Christian

PUP-Hausierer: Passen Sie auf sich auf… Tschüss!

Monika

Monika

Marketing Managerin und Sicherheits-Enthusiastin in Österreich.

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