Eine Stellungnahme von Emsisoft zu WikiLeaks und der FinFisher-Malware

  • 27. September 2014
  • 2 min Lesezeit

Wikileaks-LKWWikiLeaks-LKW Schöpferisches Gemeingut von 2.0

Letzte Woche bezog WikiLeaks Position gegen die sogenannte „legale“ Abhör-Malware. Dabei handelt es sich um Malware, die von Regierungen gekauft wird, um Bürger zu überwachen. Wenn Sie noch nie von dieser Art Malware gehört haben, sehen Sie sich diesen Artikel und auch diesen aus dem Jahr 2011 an.

Kurz gefasst ist legales Abhören sehr kontrovers. Dabei verkaufen private Software-Entwickler Überwachungstechnologie an Regierungen auf der ganzen Welt. Manchmal setzen diese Regierungen die Technologie dazu ein, um Kriminellen Einhalt zu gebieten. Manchmal sind diese Regierungen aber auch unterdrückend und beobachten damit unschuldige Bürger. Manchmal wird legales Abhören auch gar nicht von Regierungen verwendet – viele Stimmen behaupten, dass die Unternehmen, die die Software herstellen, sie an den Meistbietenden verkaufen.

Es gibt eine Anzahl von Unternehmen, die solche Abhör-Malware erstellen. WikiLeaks neueste Veröffentlichung nennt FinFisher, ein Entwickler mit Sitz in Deutschland, der beschuldigt wird, Malware an unterdrückerische Regime zu verkaufen. Die Mitteilung von WikiLeaks fordert die Regierung Deutschlands auch direkt heraus:

Die Regierung unter Angela Merkel gibt vor, sich um Datenschutz zu sorgen, jedoch sehen die Handlungen ganz anders aus. Warum bietet die Regierung unter Angela Merkel FinFisher weiterhin Schutz?

Um der Verteilung von FinFishers Produkten entgegenzuwirken, hat WikiLeaks Kopien der Überwachungs-Software bezogen und sie auf ihrer Webseite zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden auch eine Anzahl von FinFishers Dokumenten veröffentlicht, darunter Kundenlisten, Schulungshandbücher und Marketing-Material. Der Sinn dieser Veröffentlichung ist die Hoffnung, dass Sicherheitsforscher auf der ganzen Welt die Malware untersuchen und bessere Methoden zum Schutz vor Infektionen entdecken.

Als Anti-Malware-Unternehmen mit österreichischen Wurzeln ist Emsisoft von diesen Ereignissen nicht unberührt. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen allen mitteilen, dass wir weder FinFisher noch jegliche andere Art von legaler Abhör-Software auf die “Whitelist” setzen. Wir werden dies niemals tun, es sei denn, das Gesetz schreibt dies vor – und falls dies jemals eintritt, benachrichtigen wir unsere Benutzer sofort. Unserer Meinung nach ist Malware Malware, unabhängig davon, wer sie erstellt oder einsetzt.

Wir wünschen also einen schönen Tag ohne Malware.

Ihr Emsisoft-Team

Hinweise:

  1. Wenn Sie versuchen, sich wikileaks.org anzusehen, um die offizielle Stellungnahme zu lesen, verhindert Emsisoft Surf Protection den Zugang automatisch. Hierbei handelt es sich um eine Sicherheitsmaßnahme, damit Sie die dort befindliche Malware nicht aus Versehen herunterladen. Damit Sie auf die Seite zugreifen können, erstellen Sie einfach eine neue Surf-Protection-Regel, die dies zulässt – lassen Sie aber bitte Vorsicht walten.
  2. Nach Herunterladen und Testen der FinFisher-Muster, die in der neuesten WikiLeaks-Veröffentlichung zur Verfügung gestellt werden, kam Emsisoft Lab zum Schluss, dass alle Emsisoft-Produkte die Malware erfolgreich mit unserer Behavior-Blocking-Technologie entdeckten.
Steve

Steve

Freier Schriftsteller und Sicherheits-Enthusiast in den USA.

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